Personen

Großmeister Kwon Jae-Hwa

Kwon Jae-Hwa (권재화), geboren 1937 in Busan, gehört zu den Pionieren, die das Taekwon-Do in die Welt trugen. Als Mitglied des Goodwill Teams landete er am 18. Oktober 1965 in Frankfurt, ab 1966 baute er das Taekwon-Do in Deutschland auf, und seit 1973 lehrte er von New York aus. Viele Schulen in Europa und den USA berufen sich bis heute auf seine Linie des traditionellen Taekwon-Do.

Name
Kwon Jae-Hwa (koreanisch 권재화)
Geboren
10. Januar 1937 in Busan, Südkorea
Graduierung
7. Dan seit 1973
Herkunft
Yonmu-Kwan, Busan; Studium an der Dong-A University
Historische Bedeutung
Goodwill Team 1965, Aufbau des Taekwon-Do in Deutschland ab 1966
Heute
lebt in Manhattan, New York

1937–1965

Kindheit, Ausbildung und erste Ämter in Busan

Kwon Jae-Hwa wurde am 10. Januar 1937 in Busan geboren, der Hafenstadt im Süden Koreas. Mit elf Jahren begann er mit dem Kampfkunsttraining. Kurz darauf, 1950, brach der Koreakrieg aus. Ein US-Magazinprofil von 1974 erzählt, dass er als Kind kränklich war und von Gleichaltrigen bedrängt wurde. Seine verwitwete Mutter schickte ihn zum Training, damit er körperlich und seelisch stärker wird.[1] Sein erster Lehrer war Ha Dae-Yong (die Umschrift des Namens schwankt in den Quellen); später bildete ihn auch General Choi Hong-Hi, der Namensgeber des Taekwon-Do, persönlich weiter; das US-Profil von 1974 nennt Choi als Träger des 9. Dan.[1] Das Profil von 1974 nennt außerdem einen Lehrer namens Tae Yung, bei dem Kwon lernte, einen Angriff zu blocken und im selben Zug konsequent zu kontern.[1] Ob damit Ha Dae-Yong gemeint ist, geht aus dem Profil nicht hervor. Am liebsten setzte Kwon demnach den Fauststoß mit der hinteren Hand, den Halbkreistritt und den Seitwärtstritt ein.[1]

Ab 1958 studierte Kwon Wirtschaftswissenschaften an der Dong-A University in Busan und trainierte die Taekwondo-Mannschaft der Universität. Für die Tageszeitung Busan Ilbo arbeitete er zeitweise als Sportreporter. Laut dem Profil von 1974 studierte er dabei in Vollzeit weiter und schloss mit einem Bachelor in Wirtschaftswissenschaften ab.[1] Schon mit 24 Jahren, 1961, wurde er Cheftrainer des Yonmu-Kwan, einer der großen Kampfkunstschulen Busans mit mehreren tausend Mitgliedern. Um 1964 übernahm er als technischer Direktor Verantwortung im Taekwondo-Landesverband Busan.

18. Oktober bis 9. November 1965

Die Goodwill-Tour von 1965

1965 schickte die südkoreanische Regierung ein Demonstrationsteam ins Ausland, das die noch junge Kampfkunst bekannt machen sollte: das National Taekwon-Do Goodwill Team (국기 태권도 친선 사절단). Es bestand aus fünf Personen. General Choi Hong-Hi leitete es, dazu kamen die vier Instruktoren Han Cha-Kyo, Kim Joong-Keun (김중근), Park Jong-Soo und Kwon Jae-Hwa. In gut drei Wochen führte die Reise durch sechs Länder auf drei Kontinenten: Deutschland, Italien, Ägypten, Türkei, Malaysia und Singapur.

Für Kwon bedeutete die Reise eine Entscheidung zwischen dem Journalismus und einem Leben für das Taekwon-Do. Sein Lehrer Choi Hong-Hi sollte das Team leiten und wollte ihn dabeihaben.[1] Gezeigt wurde das Taekwon-Do laut dem US-Magazinprofil von 1974 bei Regierungsempfängen, in Nachtclubs, Privathäusern, Jugendclubs und YMCAs, unter anderem in Beirut.[1][2] Am erfolgreichsten war die Gruppe in Westdeutschland, wo Kwon auch Unterricht gab.[1]

Wie die Reise zustande kam

Der Boden war in Bayern bereits bereitet. 1964 gründeten der in Garmisch-Partenkirchen stationierte US-Soldat Mike H. Anderson und Hans Vierthaler beim TV Garmisch 1868 die erste Taekwondo-Abteilung Deutschlands, damals noch „Taekwon-Do Club“ genannt, mit 37 Mitgliedern und dem Stoffabzeichen des Jhoon-Rhee-Instituts. Die Kampfkunst lief unter dem Begriff „Koreanisches Karate“, der Verein musste gegen Widerstände in der Vorstandschaft durchgesetzt werden. Im selben Jahr entstand mit dem Deutsch-Koreanischen Karate-Verband e. V. der erste eingetragene Taekwondo-Verband in Deutschland, Anderson wurde erster, Vierthaler zweiter Vorsitzender. Im November 1964 besuchten Jhoon Rhee und Allen Steen den Verein.[4]

Zwei runde Stoffabzeichen: links „J. Rhee Inst. Tae Kwon Do – Might for Right“ mit Faust, rechts das rot-gelbe Abzeichen „Taekwondo TV Garmisch“ mit Berg und Faust
Das erste Stoffabzeichen „Might for Right – Jhoon Rhee Institute“ des TV Garmisch 1868 und das heutige Abteilungsabzeichen. Abbildung aus der BTU-Festschrift 2007 [4].
Zwei Taekwondo-Kämpfer in Sprungtechniken vor einer Gruppe sitzender Schüler, im Hintergrund ein Banner „J. Rhee Inst. Deutschland“ und die koreanische Flagge, Garmisch 1965
Sprungtechniken von Horst Ritschel und Mike H. Anderson beim TV Garmisch 1868, 1965. Foto aus der BTU-Festschrift 2007 [4].

Den eigentlichen Anstoß gab der Staatsbesuch von Präsident Park Chung-Hee in der Bundesrepublik, seine erste Europareise: Am 7. Dezember 1964 traf er in Westdeutschland ein, am 8. Dezember sprach er mit Bundespräsident Lübke, am 9. Dezember mit Bundeskanzler Erhard. Am Münchner Flughafen erwartete ihn eine Menschenmenge mit koreanischen Fahnen, darunter Mike Anderson im Dobok mit einem Transparent „Taekwondo-Lehrer Michael Anderson“. Park war überrascht, dass Deutsche sein damals kaum bekanntes Land über das Taekwon-Do kannten, und erkannte darin ein Mittel, Korea im Ausland bekannt zu machen. Nach seiner Rückkehr ordnete er die Entsendung eines Lehrerteams an. Am 27. Februar 1965 beschloss das Kabinett in Seoul, ab März eine Taekwondo-Delegation unter Leitung von General Choi Hong-Hi, damals Botschafter in Malaysia, nach Südostasien, Europa und Afrika zu schicken. Im selben Jahr benannte sich der koreanische Verband von „Taesoodo“ in „Taekwondo“ um, mit nur einer Stimme Mehrheit.

  • Mike Anderson im Dobok hält mit zwei Begleitern ein koreanisches Transparent, Dezember 1964
    Mike Anderson (Mitte) mit Transparent beim Besuch von Präsident Park Chung-Hee in Westdeutschland, Dezember 1964. Foto: Jungbu Maeil.

In Deutschland bereitete der koreanische Botschafter, General Choi Duk-Shin, den Besuch vor. Er lud die führenden Kampfsportlehrer nach Bonn ein: Carl Wiedmeier, Inhaber der Vereinigten Jiu-Jitsu- und Judoschulen mit Karate-Institut in München, Mike Anderson aus Garmisch, George Brückner mit seiner Kampfsportschule in Berlin und George Klein, einen in Frankfurt stationierten US-Soldaten, der in Korea mit der Kampfkunst in Berührung gekommen war und dort eine Taesoodo-Gruppe trainierte. Jeder übernahm seine Stadt: Anderson Garmisch-Partenkirchen und Kaufbeuren, Wiedmeier München, Klein Frankfurt, Brückner Berlin. Sie organisierten Hallen, Publikum und Presse. Wiedmeier gründete 1965 zudem den ersten Deutschen Taekwondo-Verband, bei dem der TV Garmisch 1868 Gründungsverein war; weitere Vereine entstanden durch Kim Kwan-Il in München und Stuttgart, Matuscheck in Stuttgart, Klein in Frankfurt und Zimmermann in Wien. Bayern galt damals als „Land der Taekwondo-Elite“.[4] Botschafter Choi Duk-Shin ist nicht zu verwechseln mit General Choi Hong-Hi, dem Leiter des Teams; beide waren später bei der großen Vorführung in München anwesend.

  • Sechs Männer in dunklen Anzügen stehen nebeneinander in einem Empfangsraum
    Vorbereitung in Bonn: die deutschen Gastgeber beim koreanischen Botschafter, 1965.
Zeitungsausschnitt von 1965 mit der Überschrift „Kunst der Selbstverteidigung – Erläuterungen zum Karate-Sport / Auch im Landkreis vertreten“
Zeitungsartikel von 1965 über das Garmischer Jhoon-Rhee-Karate-Team und die Europameisterschaft in Kitzingen. Abbildung aus der BTU-Festschrift 2007 [4].
Ein-Schritt-Kampf im Freien: ein Kämpfer führt einen hohen Fußtritt gegen den Partner aus, dahinter steht eine Gruppe in weißen Anzügen vor Bergkulisse, Garmisch 1965
Ein-Schritt-Kampf (Ilbo-Taeryon) mit Otto Van der Groen und Mike H. Anderson im Ritter-von-Halt-Stadion, Garmisch-Partenkirchen 1965. Foto aus der BTU-Festschrift 2007 [4].

Der Ablauf, Station für Station

Die Tagesdaten stammen aus den Erzählungen und Berichten von Großmeister Kwon Jae-Hwa gegenüber seinem Schüler Thomas Könnecke. Wo andere Quellen dieselben Daten oder Orte bestätigen, ist das vermerkt. Zuschauerzahlen sind Schätzungen aus diesen Berichten.

  1. Oktober 1965, Seoul

    • Flughafen Kimpo – Funktionäre des koreanischen Taekwondo-Verbands verabschieden die Delegation. Ein Foto davon liegt im Nationalarchiv Korea.
    • Kwon Jae-Hwa im Dobok mit Blumenkranz um den Hals vor einem Gebäude
      Kwon Jae-Hwa mit Blumenkranz bei der Verabschiedung an seiner Universität vor der Abreise, Oktober 1965.
    • Gruppenbild in einer Halle: Männer im Dobok mit Blumensträußen kniend, dahinter Funktionäre in Anzügen
      Verabschiedung des Goodwill Teams in Korea, Oktober 1965.
    • Zehn Männer in Anzügen mit Taschen vor dem Flughafengebäude, auf der Terrasse winkende Menschen
      Die Delegation vor dem Abflug am Flughafen Kimpo, Oktober 1965. Quelle: Nationalarchiv Korea
    • Fünf Männer in dunklen Anzügen mit koreanischen Flaggenabzeichen am Revers
      Das National Taekwon-Do Goodwill Team 1965.
  2. Montag, 18. Oktober 1965 – Frankfurt am Main

    • Landung in Frankfurt. Zwei Vorführungen in Räumen des Sport- und Badeamts, vorbereitet von George Klein und dem Offenbacher Jiu-Jitsu-Lehrer Heinz Günther, vor rund 300 und rund 500 Zuschauern. Das Datum bestätigen auch das Koreanische Kulturzentrum und Wikipedia.
    • Fünf Männer in grauen Anzügen mit Flaggenabzeichen vor einem Hoteleingang
      Das Team vor dem Hotel in Frankfurt am Main am Ankunftstag, 18. Oktober 1965.
  3. Mittwoch, 20. Oktober 1965 – Garmisch-Partenkirchen

    • Dritte Vorführung in der Eishalle der Sheridan-Kaserne der US-Armee, der früheren Jägerkaserne, rund 300 Zuschauer. Gastgeber sind Mike H. Anderson und Hans Vierthaler mit der Taekwondo-Abteilung des TV Garmisch 1868. Park Jong-Soo zeigt Bruchtests; abends sitzt das Team im Wirtshaus.
    • Nach der Vorführung überreicht Choi Hong-Hi Mike Anderson sein neu erschienenes Taekwondo-Buch und einen Mitgliedsausweis des koreanischen Verbands. Er dankt den Kämpfern, lobt die Leistungen des TV Garmisch und betont, sein Land sei stolz auf eine Kampfkunst, die nicht dem Angriff, sondern allein der Verteidigung diene.[4]
    Gruppenfoto in einer Turnhalle unter der koreanischen Flagge: neun Männer in weißen Anzügen stehen, vier sitzen davor, in der Mitte Choi Hong-Hi im Anzug mit Pokal, Garmisch-Partenkirchen 1965
    Das Demonstrationsteam von General Choi Hong-Hi zu Gast beim TV Garmisch 1868, Oktober 1965. Hintere Reihe von links: Rudi Huber („Karate-Rudi“), Kwon Jae-Hwa, Choi Hong-Hi, Mike H. Anderson und Park Jong-Soo. Foto aus der BTU-Festschrift 2007 [4].
    • Kleines Gruppenfoto: Männer im Dobok um Choi Hong-Hi im dunklen Anzug
      Das Team mit Choi Hong-Hi beim TV Garmisch 1868, 20. Oktober 1965.
  4. Donnerstag, 21. Oktober 1965 – Kaufbeuren

    • Vierte Vorführung vor rund 800 Zuschauern, viele davon in Kaufbeuren stationierte US-Soldaten. 50 Jahre später, im Oktober 2015, kehrt Kwon für einen Fototermin hierher zurück.
  5. Freitag, 22. bis Sonntag, 24. Oktober 1965 – München

    • 22. Oktober – Fernsehaufnahmen am Vormittag, mittags Einladung des bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel. Abends die fünfte Vorführung.
    • 23. Oktober – Erstes Taekwon-Do-Seminar auf europäischem Boden in der Schule von Carl Wiedmeier, 41 Teilnehmer aus verschiedenen Kampfkünsten, danach die sechste Vorführung in denselben Räumen. Aus dieser Schule wird ab Mai 1966 Kwons erster Arbeitsplatz in Deutschland.
    • 24. Oktober – Höhepunkt der Deutschland-Etappe: Großvorführung in der MTV-Halle an der Häberlstraße 11 vor 1.500 bis 2.000 Zuschauern, angekündigt mit dem Plakat „Karate Weltelite“ unter dem Motto „München grüßt Seoul“. Die Basketballhalle ist mit Stuhlreihen und einer großen Bühne ausgestattet, Botschafter Choi Duk-Shin ist anwesend. Die britische Wochenschau British Movietone filmt den Abend; der Clip „The Skilful Art of Chop-Chop“ ist bis heute online. Das Datum nennt unabhängig auch der Journalist Alex Gillis.
    • Rot-weißes Plakat „Karate Weltelite – Tae-Kwon-Do, Tae-Soo-Do“ für Sonntag, 24. Oktober 1965, MTV-Halle München
      Plakat „Karate Weltelite“ für die Großvorführung am 24. Oktober 1965 in der MTV-Halle, Häberlstraße 11.
    • Ein Lehrer mit Rückenaufschrift Taekwon-Do führt einen Tritt gegen einen Partner aus, Schüler sitzen am Boden
      Seminar und Vorführung in der Kampfkunstschule Carl Wiedmeier, 23. Oktober 1965.
    • Zwei Männer im Dobok bei einer Partnerübung in einer Halle, einer mit Rückenaufschrift Taekwon-Do
      Partnerübung beim Seminar in München, 23. Oktober 1965.
    • Ein Mann im Dobok führt einen hohen Sprungtritt aus, ein Partner mit Rückenaufschrift Taekwon-Do steht daneben
      Sprungtechnik beim Seminar in München, Oktober 1965.
    • Vier Männer im Dobok mit koreanischen Flaggenabzeichen stehen im Profil nebeneinander
      Die vier Instruktoren des Teams in München, Oktober 1965.
    • Fünf Männer in Anzügen sitzen um einen niedrigen Tisch in einem Raum mit gerahmten Urkunden
      Das Team im Gespräch in München, Oktober 1965.
    • Männer im Dobok mit Medaillen unter dem Banner „München grüßt Seoul – Freundschaftstreffen vom 19. bis 26. Okt. 1965“ und koreanischer Flagge
      Unter dem Banner „München grüßt Seoul – Freundschaftstreffen vom 19. bis 26. Okt. 1965“ in der MTV-Halle.
    • Vier Männer im Dobok mit Medaillen vor koreanischer Flagge und dem Banner „München grüßt Seoul“
      Die Instruktoren mit Medaillen auf der Bühne der MTV-Halle, 24. Oktober 1965.
    • Männer im Dobok mit Medaillen und ein Redner am Mikrofon vor dem Banner „München grüßt Seoul“
      Die Großmeister mit Medaillen auf der Bühne der MTV-Halle, 24. Oktober 1965.
    • Farbfoto: Männer im Dobok stehen in einer Reihe auf einer Bühne vor koreanischer Flagge
      Auf der Bühne der MTV-Halle, 24. Oktober 1965.
    • Kwon Jae-Hwa im Dobok über zerbrochenen Steinen auf einer Bühne vor koreanischer Flagge
      Kwon Jae-Hwa beim Bruchtest auf der Bühne der MTV-Halle, 24. Oktober 1965.
    Vorschaubild: Wochenschau „The Skilful Art of Chop-Chop“ – British Movietone, München, 24. Oktober 1965

    Beim Klick wird eine Verbindung zu YouTube (Google) hergestellt und das Video eingebettet. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.

    Wochenschau „The Skilful Art of Chop-Chop“: rund 40 Sekunden aus der MTV-Halle in München am 24. Oktober 1965 (British Movietone, YouTube-Kanal British Movietone / AP). Das Video wird erst nach einem Klick von YouTube geladen.
  6. Montag, 25. bis Mittwoch, 27. Oktober 1965 – West-Berlin

    • 25. Oktober – Letzte Vorführung in Deutschland in der Columbiahalle, der Sporthalle der Alliierten, rund 300 Zuschauer, darunter 20 koreanische Studenten. Gastgeber ist George Brückner. Genau 50 Jahre später, am 25. Oktober 2015, gibt Kwon in Berlin seinen letzten Lehrgang in Deutschland.
    • 26. und 27. Oktober – Das Team sieht sich gemeinsam die Stadt an. Am 27. Oktober um 13 Uhr geht die Reise weiter nach Rom.
    • Die Columbiahalle in Berlin mit rundem Vorbau und Schriftzug Columbia
      Die Columbiahalle in Berlin, Ort der Vorführung am 25. Oktober 1965.
    • Neun Männer in Mänteln und Anzügen vor Stacheldraht und einer Mauer
      Das Team mit Begleitern an der Berliner Mauer, Oktober 1965.
    • Sechs Männer in Mänteln vor der Mauer, dahinter ein Straßenschild Potsdamer Platz
      Am Potsdamer Platz an der Berliner Mauer, Oktober 1965.
  7. Donnerstag, 28. Oktober 1965 – Rom

    • Vorführung in Rom. Italienische Verbandsseiten bestätigen eine offizielle Präsentation mit Choi Hong-Hi im Oktober 1965; Ort und Gastgeber sind nicht überliefert.
    • Drei Männer in Anzügen auf einer Ziegelmauer vor den Säulen des Forum Romanum, im Hintergrund Rom, 1965
      Mitglieder des Goodwill Teams am Forum Romanum in Rom, Oktober 1965.
    • Elf Männer in einer Halle, darunter Offiziere in Uniform und Teammitglieder im Dobok
      Empfang mit Offizieren in Rom, 28. Oktober 1965.
  8. Montag, 1. und Dienstag, 2. November 1965 – Kairo

    • Zwei Vorführungstage in der damaligen Vereinigten Arabischen Republik. Das Publikum reagiert zunächst kühl. Dann zerschlägt Kwon einen großen Stein mit der Hand, die Stimmung kippt. Ein Foto davon zeigt Alex Gillis in „A Killing Art“.
    • Zwei Männer im Dobok bei einer Vorführung im Freien vor Zuschauerreihen unter Bäumen
      Vorführung im Freien in Kairo, Anfang November 1965.
    • Teammitglieder im Dobok sitzen am Boden, Gastgeber in Anzügen und Uniformen stehen dahinter
      Das Team mit Gastgebern in Kairo, Anfang November 1965.
    • Vier Männer in dunklen Anzügen vor den Steinblöcken einer Pyramide
      Das Team an den Pyramiden von Gizeh, Anfang November 1965.
  9. Samstag, 6. November 1965 – Ankara

    • Vorführung in der türkischen Hauptstadt. Das bekannte Teamfoto mit Park, Kwon, Kim und Han entsteht an diesem Tag; Choi Hong-Hi steht darauf neben einem türkischen Offiziellen.
    • Choi Hong-Hi im Anzug neben einem Offiziellen und vier Männern im Dobok vor einem Gebäude
      Das Teamfoto aus Ankara: Choi Hong-Hi neben einem türkischen Offiziellen und den vier Instruktoren, 6. November 1965.
    • Ein Offizier in Uniform begrüßt Männer im Dobok vor einem Gebäude
      Begrüßung durch einen türkischen Offizier in Ankara, 6. November 1965.
    • Vier Männer im Dobok stehen mit der Hand auf der Brust vor Soldaten, daneben Choi Hong-Hi im Anzug
      Das Team angetreten vor Soldaten in Ankara, 6. November 1965.
  10. Montag, 8. November 1965 – Kuala Lumpur

    • Vorführung in Malaysia. Laut dem Journalisten Alex Gillis schloss sich in Südostasien Nam Tae-Hi an, der damals in Malaysia lebte.
    • Gruppenbild in Anzügen vor einem Gebäudeeingang mit Pflanzen
      Das Team mit Gastgebern in Kuala Lumpur, 8. November 1965.
  11. Dienstag, 9. November 1965, 20:30 Uhr – Singapur

    • Vorführung im Vergnügungspark Gay World. Die Straits Times kündigte am 4. November 1965 „six Korean experts in Tae Kwon Do“ an. Der sechste Mann war vermutlich ein in Singapur tätiger koreanischer Lehrer, belegt ist sein Name nicht.
    • Männer im Dobok in einer Reihe auf einer Bühne vor vollen Zuschauerrängen
      Vorführung im Vergnügungspark Gay World, Singapur, 9. November 1965.
  12. November 1965 – Rückkehr nach Korea

    • Ein Rückkehrdatum ist nicht überliefert. Kwon selbst sprach 2015 gegenüber der Busan Ilbo von einem Monat unterwegs in sechs Ländern. Jedem Gastgeberland ließ das Team einen goldenen Pokal mit der Gravur „Taekwon-Do, The National Art of Korea“, Chois englisches Taekwon-Do-Buch und eine Kalligraphie zurück.

Historische Bilder und Filmaufnahmen

Die Fotos bei den einzelnen Stationen stammen aus der Sammlung von Thomas Könnecke zur Goodwill-Tour. Weitere Aufnahmen liegen bei den jeweiligen Archiven und Autoren; wir verlinken sie, statt sie zu kopieren.

1966–1973

Aufbau des Taekwon-Do in Deutschland

Nach der Tour kehrte Kwon auf Einladung einer Münchner Kampfsportschule nach Deutschland zurück: Am 1. Mai 1966 begann er, an der Schule von Carl Wiedmeier in München zu unterrichten. Nach einer Überlieferung entstand im Oktober 1966 in München-Schwabing die erste reine Taekwondo-Schule Deutschlands. Im selben Jahr gehörte Kwon für Deutschland zu den Mitbegründern der International Taekwon-Do Federation (ITF). 1967 gründete er gemeinsam mit Wiedmeier den Deutschen Taekwon-Do-Verband und wurde dessen Cheftrainer; im selben Jahr fand in München die erste Deutsche Meisterschaft statt.

Am 30. Oktober 1971 löste Kwon laut ITF Bayern Kim Kwang-Il als Bundestrainer der Taekwondo-Sektion im Deutschen Judo-Bund ab. Die meisten Quellen, darunter das US-Profil von 1974, nennen 1972 als Jahr, in dem er offiziell Bundestrainer wurde.[1] Später ernannte man ihn zum Master Instructor für Europa und den Nahen Osten.[1] Mit „Zen-Kunst der Selbstverteidigung. Karate – Taekwon-Do" (O. W. Barth, Weilheim, 1970) veröffentlichte er eines der ersten deutschsprachigen Bücher über Taekwon-Do. Das US-Profil von 1974 erwähnt es unter dem englischen Titel „Zen Buddhism and Self Defense“.[1] 1973 wurde er zum 7. Dan graduiert. Einen höheren Grad belegt keine Quelle.

1973–2015

New York und die internationale Arbeit

1973 zog Kwon in die USA und gründete in New York City das Taekwon-Do Center America, in US-Berichten von 1974 als Taekwon-Do Center of America in der Stone Street 46 geführt.[1][2] Von dort aus baute er ein Netz von Schulen auf beiden Seiten des Atlantiks auf: 1974 ein Black Belt Center in Fort Lauderdale, Florida, 1980 ein International Black Belt Center in München, 1999 ein Leistungszentrum für Danträger in Manhattan. Nach Deutschland kam er über Jahrzehnte regelmäßig zu Lehrgängen und Dan-Prüfungen.

Wie eng beide Seiten verbunden blieben, zeigt der November 1975: Am 15. November leitete Kwon als Turnierdirektor eine Vorführung koreanischer Meister mit Turnier am Broward Community College in Davie, Florida, veranstaltet vom International Taekwon-Do Center in Fort Lauderdale. Im selben Monat gab er bei einem Deutschland-Besuch einen Großlehrgang beim Taekwondo-Center Bayern in Leipheim, wo am 29. November der Deutschlandpokal ausgetragen wurde.[4]

Großlehrgang in einer Sporthalle: zahlreiche Teilnehmer in weißen Anzügen üben Fußtechniken, im Hintergrund Zuschauer auf der Tribüne, Leipheim 1975
Großlehrgang während eines Deutschland-Besuchs von Kwon Jae-Hwa beim Taekwondo-Center Bayern in Leipheim, November 1975. Foto aus der BTU-Festschrift 2007 [4].
Veranstaltungsanzeige „Taekwon-Do Korean Karate – Demonstrations by Top Korean Masters & Tournament“ mit Kwon Jae-Hwa als Tournament Director, Broward Community College, 15. November 1975
Anzeige für Vorführung und Turnier mit Kwon Jae-Hwa als Turnierdirektor in Davie, Florida, 15. November 1975. Abbildung aus der BTU-Festschrift 2007 [4].

Das Profil von 1974 beschreibt seine Pläne für die USA: Lokale Turniere sollten in ein nationales Turnier münden, aus dem sich die Vertretung der Vereinigten Staaten ergibt.[1] Er selbst trainierte damals etwa zwei Stunden am Tag an fünf Tagen in der Woche, vor allem Tritte und Schläge, dazu Dehnen und leichtes Krafttraining.[1]

Autor John McGee erlebte ihn als bescheidenen, charismatischen Lehrer und nannte ihn einen „Botschafter“ des koreanischen Taekwon-Do.[1][2] Die Redaktion hob die Schnelligkeit und Präzision seiner Fußtechniken hervor.[2] Kwon selbst sah die eigentliche Stärke der Kampfkunst in der ständigen Suche nach Perfektion und übte täglich lange die Formen.[1] Im Frühjahr 1974 war er 37 Jahre alt; die Berichte nennen 1,73 m Körpergröße und rund 58 Kilogramm.[1][2]

Bekannt wurde Kwon für seinen Bruchtest an Kieselsteinen, die er mit der Handkante zerschlug. Überliefert ist, dass die Schlagkraft in den 1980er-Jahren in einem Prüflabor von BMW in München gemessen wurde. Als Lehrer legte er besonderen Wert auf den Formenlauf: Zu den Hyong „Po-Eun" (11. Hyong) und „Sam-Il" (16. Hyong, 2007) veröffentlichte er eigene Lehrhefte.

Auch in Korea blieb er verwurzelt. 1996 ehrte ihn der Verband in Busan für 30 Jahre Aufbauarbeit im Ausland, 2003 gab er dem koreanischen Taekwondo-Archiv ein ausführliches Interview. Noch 2010 stellte er sich dem Kampfkunstportal Mookas als Kwanjang, also Leiter, des Yonmu-Kwan in Busan vor. Dessen Ehemaligenverein richtet in Busan ein Turnier um das Banner von Kwanjang Kwon Jae-Hwa aus (권재화 관장기타기 태권도대회), 2006 bereits zum 19. Mal. Im September 2011 reiste Kwon mit 39 Schulleitern aus Deutschland und der Schweiz nach Seoul und Busan. Im April 2015 besuchte er seine Heimatstadt ein weiteres Mal; die Busan Ilbo schrieb damals von rund 200 Schulen in Europa und den USA, die auf ihn zurückgehen. Mookas nannte 2010 allein für Deutschland 80 Schulen mit rund 20.000 Schülern.

1974–1976

Kwon Jae-Hwa als Fachautor

Neben dem Unterricht schrieb Kwon Fachbeiträge für US-Magazine. Im November 1974 erschien von ihm eine Foto-Anleitung zur Form Sam-Il.[2] In der Sommerausgabe 1976 der Zeitschrift Traditional Taekwon-Do erklärte er unter dem Titel „In Good Form“, dass die Hyong aus Techniken des Freikampfs entstanden sind.[3]

Für die richtige Ausführung stellte er Regeln auf: ein klarer Beginn und ein klares Ende, korrekte Haltung und Balance, der Wechsel von Anspannung und Entspannung, ein gleichmäßiger Rhythmus. Und erst wenn eine Form sitzt, kommt die nächste.[3] Bei der Form Ko-Dang verweist er auf den Patrioten Cho Man-Sik: Die 39 Bewegungen stehen für den 39. Breitengrad, an dem dieser geboren wurde.[3]

23.–26. Oktober 2015

Abschiedstour 2015: die letzten Stationen in Deutschland

Unter dem Titel „50 Jahre Taekwon-Do in Europa“ kam Kwon Jae-Hwa im Oktober 2015 ein letztes Mal zu einer Unterrichtsreise nach Deutschland. Vier Tage, acht Stationen: Der Plan folgte den Orten, an denen 1965 und 1966 alles begonnen hatte – Frankfurt, Kaufbeuren, München-Schwabing und Berlin. Alle Interessierten waren zu den Terminen eingeladen. Mit dieser Reise beendete Kwon offiziell seine Verbandsarbeit in Europa.

  1. Freitag, 23. Oktober 2015

    • 09:40 Uhr, Frankfurt am Main – Ankunft am Flughafen, in Empfang genommen von Young-Kul Park.
    • 17:00 Uhr, Kempten – Lehrgang in der Schützenstraße 6.
  2. Samstag, 24. Oktober 2015

    • 06:00 Uhr, Kaufbeuren – Besuch und Fototermin an einer Station der Goodwill-Tour von 1965.
    • 09:00 Uhr, München-Schwabing – Besuch und Fototermin in der Kaiserstraße 7, wo 1966 die erste reine Taekwondo-Schule Deutschlands entstand.
    • 14:00–18:00 Uhr, Fürth – Lehrgang im Black Belt Center Fürth, Vacher Straße 3.
  3. Sonntag, 25. Oktober 2015

    • ab 09:30 Uhr, Berlin – Besuch und Fototermine am Potsdamer Platz, am Brandenburger Tor, am Reichstag und an der Columbiahalle.
    • ab 15:00 Uhr, Berlin – Lehrgang in der Turmstraße 57/58 in Moabit. Es war Kwons letzter Unterricht in Deutschland, 50 Jahre nach dem Auftritt des Goodwill Teams in West-Berlin.
  4. Montag, 26. Oktober 2015

    • 05:00 Uhr, Frankfurt am Main – Rückflug vom Flughafen Frankfurt.

Der Ablauf folgt den Erzählungen und Berichten von Großmeister Kwon Jae-Hwa gegenüber seinem Schüler Thomas Könnecke (siehe Quellen). Wie die Schülerinnen und Schüler der Taekwon-Do Schulen Könnecke diesen Abschied erlebten, steht im Bericht zum letzten Besuch von Großmeister Kwon.

2015–2018

Portland, Oregon

Nach dem Abschied aus Europa unterrichtete Kwon noch bis April 2018: Lehrgänge und Prüfungen fanden in einem privaten Dojang in Portland, Oregon, statt. Dort legte 2014 auch Thomas Könnecke seine Prüfung zum 5. Dan ab.

2018–heute

Kwon Jae-Hwa heute

Heute lebt Kwon Jae-Hwa in Manhattan und berät seine Schüler weiterhin. Am 6. Oktober 2025 empfing Kwon in New York eine rund 70-köpfige Delegation (mehr dazu unten). Am 10. Januar 2026 wurde er 89 Jahre alt.

Überblick

Zeitleiste: Kwon Jae-Hwa von 1937 bis heute

  1. 10. Jan. 1937 Geburt in Busan (Pusan), Südkorea.
  2. 1948 Beginn des Kampfkunsttrainings mit elf Jahren bei Ha Dae-Yong; später Ausbildung auch bei General Choi Hong-Hi.
  3. 1958 Beginn des Wirtschaftsstudiums an der Dong-A University in Busan.
  4. 1961 Mit 24 Jahren Cheftrainer des Yonmu-Kwan in Busan.
  5. um 1964 Technischer Direktor des Taekwondo-Landesverbands Busan; zeitweise Sportreporter der Busan Ilbo.
  6. 18. Okt.–9. Nov. 1965 Goodwill-Tour: Frankfurt, Garmisch-Partenkirchen, Kaufbeuren, München, West-Berlin, Rom, Kairo, Ankara, Kuala Lumpur, Singapur (Ablauf siehe oben).
  7. 1. Mai 1966 Beginn der Lehrtätigkeit in München an der Kampfsportschule von Carl Wiedmeier.
  8. 1966 Mitbegründer der International Taekwon-Do Federation (ITF) für Deutschland.
  9. 1967 Gründung des Deutschen Taekwon-Do-Verbands gemeinsam mit Carl Wiedmeier; Cheftrainer.
  10. 1970 Buch „Zen-Kunst der Selbstverteidigung. Karate – Taekwon-Do" (O. W. Barth).
  11. 1971/72 Bundestrainer der Taekwondo-Sektion im Deutschen Judo-Bund: Nachfolge von Kim Kwang-Il am 30. Oktober 1971, offiziell ab 1. Januar 1972 [1][4]; später Master Instructor für Europa und den Nahen Osten [1].
  12. 1973 7. Dan; Umzug in die USA und Gründung des Taekwon-Do Center America in New York City.
  13. 1974 Unterricht im Taekwon-Do Center of America, Stone Street 46, New York [1][2]; International Taekwon-Do Black Belt Center in Fort Lauderdale, Florida.
  14. Nov. 1974 Foto-Anleitung zur Form Sam-Il in einem US-Magazin [2].
  15. Nov. 1975 Deutschland-Besuch mit Großlehrgang beim Taekwondo-Center Bayern in Leipheim; am 15. November Turnierdirektor einer Vorführung mit Turnier am Broward Community College in Davie, Florida [4].
  16. Sommer 1976 Fachbeitrag „In Good Form“ über die Hyong in der Zeitschrift Traditional Taekwon-Do [3].
  17. 1980 International Black Belt Center in München.
  18. 1984 Messung der Schlagkraft seines Kieselstein-Bruchtests in einem BMW-Prüflabor in München (Datierung uneinheitlich).
  19. 1996 Ehrung in Busan für 30 Jahre Aufbauarbeit.
  20. 2003 Interview für das koreanische Taekwondo-Archiv; Koreareise mit 26 Schulleitern.
  21. 2007 Lehrbuch „Sam-Il – 16. Hyong".
  22. Sept. 2011 Reise mit 39 Schulleitern aus Deutschland und der Schweiz nach Seoul und Busan, Turnier um das Banner von Kwanjang Kwon Jae-Hwa.
  23. April 2015 Besuch in seiner Heimatstadt Busan; die Busan Ilbo berichtet.
  24. 23.–26. Okt. 2015 Abschiedstour „50 Jahre Taekwon-Do in Europa“: Frankfurt, Kempten, Kaufbeuren, München, Fürth und Berlin; Ende der Verbandsarbeit in Europa.
  25. bis April 2018 Lehrgänge und Prüfungen in einem privaten Dojang in Portland, Oregon.
  26. 6. Okt. 2025 Empfängt in New York eine rund 70-köpfige Delegation des Traditional Taekwon-Do Centers e. V.
  27. 10. Jan. 2026 89. Geburtstag; Kwon Jae-Hwa lebt in Manhattan, New York.

Weiterführend

Medienberichte über Kwon Jae-Hwa

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Großmeister Kwon Jae-Hwa

Wer ist Großmeister Kwon Jae-Hwa?

Kwon Jae-Hwa (koreanisch 권재화) ist ein südkoreanischer Taekwon-Do-Großmeister, geboren am 10. Januar 1937 in Busan. Als Mitglied des Goodwill Teams von 1965 gehört er zu den Pionieren, die das Taekwon-Do nach Europa brachten. Ab 1966 baute er es in Deutschland auf, seit 1973 lehrte er von New York aus. Er trägt den 7. Dan und lebt heute in Manhattan.

Wann und wo wurde Kwon Jae-Hwa geboren?

Kwon Jae-Hwa wurde am 10. Januar 1937 in Busan (früher Pusan) im Süden Koreas geboren. Dort begann er mit elf Jahren mit dem Kampfkunsttraining und wurde später Cheftrainer des Yonmu-Kwan, eines der Busaner Kampfkunst-Verbände.

Wer gehörte zum Goodwill Team von 1965?

Das National Taekwon-Do Goodwill Team bestand aus fünf Personen: General Choi Hong-Hi als Leiter und den vier Instruktoren Han Cha-Kyo, Kim Joong-Keun, Park Jong-Soo und Kwon Jae-Hwa. Das Team landete am 18. Oktober 1965 in Frankfurt am Main und zeigte das Taekwon-Do anschließend in Deutschland, Italien, Ägypten, der Türkei, Malaysia und Singapur.

Welche Stationen hatte die Goodwill-Tour 1965?

Frankfurt am Main (18. Oktober), Garmisch-Partenkirchen (20.), Kaufbeuren (21.), München (22. bis 24. Oktober mit der Großvorführung in der MTV-Halle), West-Berlin (25.), Rom (28. Oktober), Kairo (1. und 2. November), Ankara (6.), Kuala Lumpur (8.) und Singapur (9. November 1965). Die Tagesdaten stammen aus dem Fotoarchiv Kwon Jae-Hwas; ein Rückkehrdatum ist nicht überliefert.

Was hat Kwon Jae-Hwa für das Taekwon-Do in Deutschland getan?

Ab dem 1. Mai 1966 unterrichtete Kwon Jae-Hwa in München, zunächst an der Kampfsportschule von Carl Wiedmeier. 1966 war er für Deutschland Mitbegründer der ITF, 1967 gründete er mit Wiedmeier den Deutschen Taekwon-Do-Verband und wurde dort Cheftrainer. Am 30. Oktober 1971 folgte er Kim Kwang-Il als Bundestrainer der Taekwondo-Sektion im Deutschen Judo-Bund, offiziell ab 1972. Später wurde er Master Instructor für Europa und den Nahen Osten. Mit „Zen-Kunst der Selbstverteidigung" schrieb er eines der ersten deutschsprachigen Taekwon-Do-Bücher.

Was hat Kwon Jae-Hwa vor seiner Taekwon-Do-Laufbahn beruflich gemacht?

Kwon Jae-Hwa arbeitete als Reporter der Tageszeitung Busan Ilbo und studierte zugleich Wirtschaftswissenschaften an der Dong-A University in Busan. Laut einem US-Magazinprofil von 1974 schloss er mit einem Bachelor ab. 1965 stand er vor der Wahl zwischen Journalismus und Taekwon-Do und ging mit dem Goodwill Team ins Ausland.

Welchen Dan-Grad hat Kwon Jae-Hwa?

Kwon Jae-Hwa trägt seit 1973 den 7. Dan. Alle ausgewerteten Quellen nennen übereinstimmend diesen Grad; einen höheren Dan-Grad belegt keine Quelle. Mehr zu den Meistergraden erklärt die Seite zu den Gürtelgraden.

Was ist der Steinbruchtest von Kwon Jae-Hwa?

Kwon Jae-Hwa wurde für seine Bruchtests an Kieselsteinen bekannt, die er mit der Handkante zerschlug. In den 1980er-Jahren wurde die Schlagkraft laut Überlieferung in einem Prüflabor von BMW in München gemessen. Noch 2001, mit 64 Jahren, zeigte er den Steinbruchtest in Traunreut.

Lebt Kwon Jae-Hwa noch?

Ja. Nach allen aktuellen Angaben lebt Kwon Jae-Hwa in Manhattan, New York. Im Oktober 2025 empfing er dort eine rund 70-köpfige Delegation zum 60-jährigen Jubiläum der Goodwill-Tour, am 10. Januar 2026 wurde er 89 Jahre alt. Regelmäßige Lehrgänge gibt er seit 2018 nicht mehr.

Wann war Kwon Jae-Hwa zuletzt in Deutschland?

Vom 23. bis 26. Oktober 2015. Unter dem Titel „50 Jahre Taekwon-Do in Europa“ gab er Lehrgänge in Kempten, Fürth und Berlin und besuchte Kaufbeuren und die Kaiserstraße 7 in München-Schwabing, Orte seiner Anfänge von 1965 und 1966. Der Lehrgang am 25. Oktober 2015 in Berlin war sein letzter Unterricht in Deutschland.

Welche Bücher hat Kwon Jae-Hwa geschrieben?

Bekannt sind „Zen-Kunst der Selbstverteidigung. Karate – Taekwon-Do" (O. W. Barth, Weilheim, 1970, überarbeitete Neuauflage 2017), das Lehrheft „Po-Eun – 11. Hyong" und das Lehrbuch „Sam-Il – 16. Hyong" (Verlag Björn Schunk, 2007). Die Hyong-Formen erklärt unsere Wissensseite zum Formenlauf.

Quellen

Quellen

  1. Official Karate (Charlton Publications, USA), Ausgabe April 1974: Personenprofil über Jae-Hwa Kwon von John McGee, ca. S. 14–19.
  2. Official Karate, Ausgabe November 1974: Lehrbeitrag von Jae-Hwa Kwon zur Form Sam-il mit Kurzvorstellung des Autors, S. 28–31.
  3. Traditional Taekwon-Do (USA), Ausgabe Sommer 1976: Jae Hwa Kwon, „In Good Form“, S. 16–19.
  4. Peter Bolz, Werner Schuldes: 25 Jahre Bayerische Taekwondo Union e. V. 1982–2007. Festschrift der Bayerischen Taekwondo Union im BLSV, 2007, S. 13–18 (Anfänge in Garmisch-Partenkirchen 1964–1966, Goodwill Team 1965), S. 27 (Bundestrainer 1972) und S. 35 (Leipheim und Florida 1975).
Buchumschlag „25 Jahre Bayerische Taekwondo Union e.V. 1982–2007“ von Peter Bolz und Werner Schuldes mit Fotocollage
Die BTU-Festschrift von 2007, Quelle [4].

Die drei Magazinausgaben und die BTU-Festschrift liegen als Originale vor und wurden von Thomas Könnecke fotografiert.

6. Oktober 2025

Besuch einer 70-köpfigen Delegation in New York City

60 Jahre nach der Landung des Goodwill Teams in Frankfurt besuchte am 6. Oktober 2025 eine knapp 70-köpfige Delegation des Traditional Taekwon-Do Centers e. V. Großmeister Kwon Jae-Hwa in New York City, anlässlich des 60-jährigen Taekwon-Do-Jubiläums in Europa. Zur Delegation gehörte auch Thomas Könnecke, der wenige Wochen später zum Vorsitzenden des Verbands gewählt wurde.

Belegt ist der Besuch unter anderem durch die Berichte von chiemgau24.de vom 25. November 2025 und dem Traunreuter Anzeiger vom 28. November 2025; unabhängig davon dokumentiert ihn auch der Lebenslauf von Kwon Jae-Hwa bei Taekwon-Do Ingolstadt. Wie Thomas Könnecke mit Kwon Jae-Hwa über drei Jahrzehnte verbunden ist, zeigt die Seite Kwon Jae-Hwa und Thomas Könnecke.

Traditionelles Taekwon-Do selbst erleben

Die Taekwon-Do Schulen Könnecke unterrichten das traditionelle Taekwon-Do in der Linie von Kwon Jae-Hwa – an elf Standorten zwischen Chiemsee und Salzburg.