Personen
Großmeister Kwon Jae-Hwa
Kwon Jae-Hwa (권재화), geboren 1937 in Busan, gehört zu den Pionieren, die das Taekwon-Do in die Welt trugen. Als Mitglied des Goodwill Teams landete er am 18. Oktober 1965 in Frankfurt, ab 1966 baute er das Taekwon-Do in Deutschland auf, und seit 1973 lehrte er von New York aus. Viele Schulen in Europa und den USA berufen sich bis heute auf seine Linie des traditionellen Taekwon-Do.
- Name
- Kwon Jae-Hwa (koreanisch 권재화)
- Geboren
- 10. Januar 1937 in Busan, Südkorea
- Graduierung
- 7. Dan seit 1973
- Herkunft
- Yonmu-Kwan, Busan; Studium an der Dong-A University
- Historische Bedeutung
- Goodwill Team 1965, Aufbau des Taekwon-Do in Deutschland ab 1966
- Heute
- lebt in Manhattan, New York
1937–1965
Kindheit, Ausbildung und erste Ämter in Busan
Kwon Jae-Hwa wurde am 10. Januar 1937 in Busan geboren, der Hafenstadt im Süden Koreas. Mit elf Jahren begann er mit dem Kampfkunsttraining. Kurz darauf, 1950, brach der Koreakrieg aus. Ein US-Magazinprofil von 1974 erzählt, dass er als Kind kränklich war und von Gleichaltrigen bedrängt wurde. Seine verwitwete Mutter schickte ihn zum Training, damit er körperlich und seelisch stärker wird.[1] Sein erster Lehrer war Ha Dae-Yong (die Umschrift des Namens schwankt in den Quellen); später bildete ihn auch General Choi Hong-Hi, der Namensgeber des Taekwon-Do, persönlich weiter; das US-Profil von 1974 nennt Choi als Träger des 9. Dan.[1] Das Profil von 1974 nennt außerdem einen Lehrer namens Tae Yung, bei dem Kwon lernte, einen Angriff zu blocken und im selben Zug konsequent zu kontern.[1] Ob damit Ha Dae-Yong gemeint ist, geht aus dem Profil nicht hervor. Am liebsten setzte Kwon demnach den Fauststoß mit der hinteren Hand, den Halbkreistritt und den Seitwärtstritt ein.[1]
Ab 1958 studierte Kwon Wirtschaftswissenschaften an der Dong-A University in Busan und trainierte die Taekwondo-Mannschaft der Universität. Für die Tageszeitung Busan Ilbo arbeitete er zeitweise als Sportreporter. Laut dem Profil von 1974 studierte er dabei in Vollzeit weiter und schloss mit einem Bachelor in Wirtschaftswissenschaften ab.[1] Schon mit 24 Jahren, 1961, wurde er Cheftrainer des Yonmu-Kwan, einer der großen Kampfkunstschulen Busans mit mehreren tausend Mitgliedern. Um 1964 übernahm er als technischer Direktor Verantwortung im Taekwondo-Landesverband Busan.
18. Oktober bis 9. November 1965
Die Goodwill-Tour von 1965
1965 schickte die südkoreanische Regierung ein Demonstrationsteam ins Ausland, das die noch junge Kampfkunst bekannt machen sollte: das National Taekwon-Do Goodwill Team (국기 태권도 친선 사절단). Es bestand aus fünf Personen. General Choi Hong-Hi leitete es, dazu kamen die vier Instruktoren Han Cha-Kyo, Kim Joong-Keun (김중근), Park Jong-Soo und Kwon Jae-Hwa. In gut drei Wochen führte die Reise durch sechs Länder auf drei Kontinenten: Deutschland, Italien, Ägypten, Türkei, Malaysia und Singapur.
Für Kwon bedeutete die Reise eine Entscheidung zwischen dem Journalismus und einem Leben für das Taekwon-Do. Sein Lehrer Choi Hong-Hi sollte das Team leiten und wollte ihn dabeihaben.[1] Gezeigt wurde das Taekwon-Do laut dem US-Magazinprofil von 1974 bei Regierungsempfängen, in Nachtclubs, Privathäusern, Jugendclubs und YMCAs, unter anderem in Beirut.[1][2] Am erfolgreichsten war die Gruppe in Westdeutschland, wo Kwon auch Unterricht gab.[1]
Wie die Reise zustande kam
Der Boden war in Bayern bereits bereitet. 1964 gründeten der in Garmisch-Partenkirchen stationierte US-Soldat Mike H. Anderson und Hans Vierthaler beim TV Garmisch 1868 die erste Taekwondo-Abteilung Deutschlands, damals noch „Taekwon-Do Club“ genannt, mit 37 Mitgliedern und dem Stoffabzeichen des Jhoon-Rhee-Instituts. Die Kampfkunst lief unter dem Begriff „Koreanisches Karate“, der Verein musste gegen Widerstände in der Vorstandschaft durchgesetzt werden. Im selben Jahr entstand mit dem Deutsch-Koreanischen Karate-Verband e. V. der erste eingetragene Taekwondo-Verband in Deutschland, Anderson wurde erster, Vierthaler zweiter Vorsitzender. Im November 1964 besuchten Jhoon Rhee und Allen Steen den Verein.[4]
Den eigentlichen Anstoß gab der Staatsbesuch von Präsident Park Chung-Hee in der Bundesrepublik, seine erste Europareise: Am 7. Dezember 1964 traf er in Westdeutschland ein, am 8. Dezember sprach er mit Bundespräsident Lübke, am 9. Dezember mit Bundeskanzler Erhard. Am Münchner Flughafen erwartete ihn eine Menschenmenge mit koreanischen Fahnen, darunter Mike Anderson im Dobok mit einem Transparent „Taekwondo-Lehrer Michael Anderson“. Park war überrascht, dass Deutsche sein damals kaum bekanntes Land über das Taekwon-Do kannten, und erkannte darin ein Mittel, Korea im Ausland bekannt zu machen. Nach seiner Rückkehr ordnete er die Entsendung eines Lehrerteams an. Am 27. Februar 1965 beschloss das Kabinett in Seoul, ab März eine Taekwondo-Delegation unter Leitung von General Choi Hong-Hi, damals Botschafter in Malaysia, nach Südostasien, Europa und Afrika zu schicken. Im selben Jahr benannte sich der koreanische Verband von „Taesoodo“ in „Taekwondo“ um, mit nur einer Stimme Mehrheit.
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Mike Anderson (Mitte) mit Transparent beim Besuch von Präsident Park Chung-Hee in Westdeutschland, Dezember 1964. Foto: Jungbu Maeil.
In Deutschland bereitete der koreanische Botschafter, General Choi Duk-Shin, den Besuch vor. Er lud die führenden Kampfsportlehrer nach Bonn ein: Carl Wiedmeier, Inhaber der Vereinigten Jiu-Jitsu- und Judoschulen mit Karate-Institut in München, Mike Anderson aus Garmisch, George Brückner mit seiner Kampfsportschule in Berlin und George Klein, einen in Frankfurt stationierten US-Soldaten, der in Korea mit der Kampfkunst in Berührung gekommen war und dort eine Taesoodo-Gruppe trainierte. Jeder übernahm seine Stadt: Anderson Garmisch-Partenkirchen und Kaufbeuren, Wiedmeier München, Klein Frankfurt, Brückner Berlin. Sie organisierten Hallen, Publikum und Presse. Wiedmeier gründete 1965 zudem den ersten Deutschen Taekwondo-Verband, bei dem der TV Garmisch 1868 Gründungsverein war; weitere Vereine entstanden durch Kim Kwan-Il in München und Stuttgart, Matuscheck in Stuttgart, Klein in Frankfurt und Zimmermann in Wien. Bayern galt damals als „Land der Taekwondo-Elite“.[4] Botschafter Choi Duk-Shin ist nicht zu verwechseln mit General Choi Hong-Hi, dem Leiter des Teams; beide waren später bei der großen Vorführung in München anwesend.
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Vorbereitung in Bonn: die deutschen Gastgeber beim koreanischen Botschafter, 1965.
Der Ablauf, Station für Station
Die Tagesdaten stammen aus den Erzählungen und Berichten von Großmeister Kwon Jae-Hwa gegenüber seinem Schüler Thomas Könnecke. Wo andere Quellen dieselben Daten oder Orte bestätigen, ist das vermerkt. Zuschauerzahlen sind Schätzungen aus diesen Berichten.
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Oktober 1965, Seoul
- Flughafen Kimpo – Funktionäre des koreanischen Taekwondo-Verbands verabschieden die Delegation. Ein Foto davon liegt im Nationalarchiv Korea.
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Kwon Jae-Hwa mit Blumenkranz bei der Verabschiedung an seiner Universität vor der Abreise, Oktober 1965. -
Verabschiedung des Goodwill Teams in Korea, Oktober 1965. -
Die Delegation vor dem Abflug am Flughafen Kimpo, Oktober 1965. Quelle: Nationalarchiv Korea -
Das National Taekwon-Do Goodwill Team 1965.
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Montag, 18. Oktober 1965 – Frankfurt am Main
- Landung in Frankfurt. Zwei Vorführungen in Räumen des Sport- und Badeamts, vorbereitet von George Klein und dem Offenbacher Jiu-Jitsu-Lehrer Heinz Günther, vor rund 300 und rund 500 Zuschauern. Das Datum bestätigen auch das Koreanische Kulturzentrum und Wikipedia.
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Das Team vor dem Hotel in Frankfurt am Main am Ankunftstag, 18. Oktober 1965.
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Mittwoch, 20. Oktober 1965 – Garmisch-Partenkirchen
- Dritte Vorführung in der Eishalle der Sheridan-Kaserne der US-Armee, der früheren Jägerkaserne, rund 300 Zuschauer. Gastgeber sind Mike H. Anderson und Hans Vierthaler mit der Taekwondo-Abteilung des TV Garmisch 1868. Park Jong-Soo zeigt Bruchtests; abends sitzt das Team im Wirtshaus.
- Nach der Vorführung überreicht Choi Hong-Hi Mike Anderson sein neu erschienenes Taekwondo-Buch und einen Mitgliedsausweis des koreanischen Verbands. Er dankt den Kämpfern, lobt die Leistungen des TV Garmisch und betont, sein Land sei stolz auf eine Kampfkunst, die nicht dem Angriff, sondern allein der Verteidigung diene.[4]
Das Demonstrationsteam von General Choi Hong-Hi zu Gast beim TV Garmisch 1868, Oktober 1965. Hintere Reihe von links: Rudi Huber („Karate-Rudi“), Kwon Jae-Hwa, Choi Hong-Hi, Mike H. Anderson und Park Jong-Soo. Foto aus der BTU-Festschrift 2007 [4]. -
Das Team mit Choi Hong-Hi beim TV Garmisch 1868, 20. Oktober 1965.
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Donnerstag, 21. Oktober 1965 – Kaufbeuren
- Vierte Vorführung vor rund 800 Zuschauern, viele davon in Kaufbeuren stationierte US-Soldaten. 50 Jahre später, im Oktober 2015, kehrt Kwon für einen Fototermin hierher zurück.
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Freitag, 22. bis Sonntag, 24. Oktober 1965 – München
- 22. Oktober – Fernsehaufnahmen am Vormittag, mittags Einladung des bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel. Abends die fünfte Vorführung.
- 23. Oktober – Erstes Taekwon-Do-Seminar auf europäischem Boden in der Schule von Carl Wiedmeier, 41 Teilnehmer aus verschiedenen Kampfkünsten, danach die sechste Vorführung in denselben Räumen. Aus dieser Schule wird ab Mai 1966 Kwons erster Arbeitsplatz in Deutschland.
- 24. Oktober – Höhepunkt der Deutschland-Etappe: Großvorführung in der MTV-Halle an der Häberlstraße 11 vor 1.500 bis 2.000 Zuschauern, angekündigt mit dem Plakat „Karate Weltelite“ unter dem Motto „München grüßt Seoul“. Die Basketballhalle ist mit Stuhlreihen und einer großen Bühne ausgestattet, Botschafter Choi Duk-Shin ist anwesend. Die britische Wochenschau British Movietone filmt den Abend; der Clip „The Skilful Art of Chop-Chop“ ist bis heute online. Das Datum nennt unabhängig auch der Journalist Alex Gillis.
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Plakat „Karate Weltelite“ für die Großvorführung am 24. Oktober 1965 in der MTV-Halle, Häberlstraße 11. -
Seminar und Vorführung in der Kampfkunstschule Carl Wiedmeier, 23. Oktober 1965. -
Partnerübung beim Seminar in München, 23. Oktober 1965. -
Sprungtechnik beim Seminar in München, Oktober 1965. -
Die vier Instruktoren des Teams in München, Oktober 1965. -
Das Team im Gespräch in München, Oktober 1965. -
Unter dem Banner „München grüßt Seoul – Freundschaftstreffen vom 19. bis 26. Okt. 1965“ in der MTV-Halle. -
Die Instruktoren mit Medaillen auf der Bühne der MTV-Halle, 24. Oktober 1965. -
Die Großmeister mit Medaillen auf der Bühne der MTV-Halle, 24. Oktober 1965. -
Auf der Bühne der MTV-Halle, 24. Oktober 1965. -
Kwon Jae-Hwa beim Bruchtest auf der Bühne der MTV-Halle, 24. Oktober 1965.
Beim Klick wird eine Verbindung zu YouTube (Google) hergestellt und das Video eingebettet. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.
Wochenschau „The Skilful Art of Chop-Chop“: rund 40 Sekunden aus der MTV-Halle in München am 24. Oktober 1965 (British Movietone, YouTube-Kanal British Movietone / AP). Das Video wird erst nach einem Klick von YouTube geladen. -
Montag, 25. bis Mittwoch, 27. Oktober 1965 – West-Berlin
- 25. Oktober – Letzte Vorführung in Deutschland in der Columbiahalle, der Sporthalle der Alliierten, rund 300 Zuschauer, darunter 20 koreanische Studenten. Gastgeber ist George Brückner. Genau 50 Jahre später, am 25. Oktober 2015, gibt Kwon in Berlin seinen letzten Lehrgang in Deutschland.
- 26. und 27. Oktober – Das Team sieht sich gemeinsam die Stadt an. Am 27. Oktober um 13 Uhr geht die Reise weiter nach Rom.
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Die Columbiahalle in Berlin, Ort der Vorführung am 25. Oktober 1965. -
Das Team mit Begleitern an der Berliner Mauer, Oktober 1965. -
Am Potsdamer Platz an der Berliner Mauer, Oktober 1965.
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Donnerstag, 28. Oktober 1965 – Rom
- Vorführung in Rom. Italienische Verbandsseiten bestätigen eine offizielle Präsentation mit Choi Hong-Hi im Oktober 1965; Ort und Gastgeber sind nicht überliefert.
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Mitglieder des Goodwill Teams am Forum Romanum in Rom, Oktober 1965. -
Empfang mit Offizieren in Rom, 28. Oktober 1965.
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Montag, 1. und Dienstag, 2. November 1965 – Kairo
- Zwei Vorführungstage in der damaligen Vereinigten Arabischen Republik. Das Publikum reagiert zunächst kühl. Dann zerschlägt Kwon einen großen Stein mit der Hand, die Stimmung kippt. Ein Foto davon zeigt Alex Gillis in „A Killing Art“.
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Vorführung im Freien in Kairo, Anfang November 1965. -
Das Team mit Gastgebern in Kairo, Anfang November 1965. -
Das Team an den Pyramiden von Gizeh, Anfang November 1965.
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Samstag, 6. November 1965 – Ankara
- Vorführung in der türkischen Hauptstadt. Das bekannte Teamfoto mit Park, Kwon, Kim und Han entsteht an diesem Tag; Choi Hong-Hi steht darauf neben einem türkischen Offiziellen.
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Das Teamfoto aus Ankara: Choi Hong-Hi neben einem türkischen Offiziellen und den vier Instruktoren, 6. November 1965. -
Begrüßung durch einen türkischen Offizier in Ankara, 6. November 1965. -
Das Team angetreten vor Soldaten in Ankara, 6. November 1965.
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Montag, 8. November 1965 – Kuala Lumpur
- Vorführung in Malaysia. Laut dem Journalisten Alex Gillis schloss sich in Südostasien Nam Tae-Hi an, der damals in Malaysia lebte.
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Das Team mit Gastgebern in Kuala Lumpur, 8. November 1965.
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Dienstag, 9. November 1965, 20:30 Uhr – Singapur
- Vorführung im Vergnügungspark Gay World. Die Straits Times kündigte am 4. November 1965 „six Korean experts in Tae Kwon Do“ an. Der sechste Mann war vermutlich ein in Singapur tätiger koreanischer Lehrer, belegt ist sein Name nicht.
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Vorführung im Vergnügungspark Gay World, Singapur, 9. November 1965.
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November 1965 – Rückkehr nach Korea
- Ein Rückkehrdatum ist nicht überliefert. Kwon selbst sprach 2015 gegenüber der Busan Ilbo von einem Monat unterwegs in sechs Ländern. Jedem Gastgeberland ließ das Team einen goldenen Pokal mit der Gravur „Taekwon-Do, The National Art of Korea“, Chois englisches Taekwon-Do-Buch und eine Kalligraphie zurück.
Historische Bilder und Filmaufnahmen
Die Fotos bei den einzelnen Stationen stammen aus der Sammlung von Thomas Könnecke zur Goodwill-Tour. Weitere Aufnahmen liegen bei den jeweiligen Archiven und Autoren; wir verlinken sie, statt sie zu kopieren.
- Wochenschau „The Skilful Art of Chop-Chop“ – British Movietone, rund 40 Sekunden aus der MTV-Halle (YouTube-Kanal British Movietone / AP).
- Alex Gillis, „A Killing Art“ – Fotos aus Kairo (Steinbruchtest, 1. und 2. November 1965) und das Teamfoto aus Ankara vom 6. November 1965 mit dem Vermerk „courtesy of Choi Hong-Hi“.
- Nationalarchiv Korea, Themenseite Taekwondo – Gruppenfoto der Delegation vor dem Abflug 1965 (Eintrag „해외파견 태권도사절단 출국 전 기념촬영“).
- Taekwondo Today – Verabschiedung am Flughafen Kimpo, Oktober 1965.
- Mookas – Choi Hong-Hi auf dem Podium 1965 und die Gedenkplakette des Goodwill Teams.
1966–1973
Aufbau des Taekwon-Do in Deutschland
Nach der Tour kehrte Kwon auf Einladung einer Münchner Kampfsportschule nach Deutschland zurück: Am 1. Mai 1966 begann er, an der Schule von Carl Wiedmeier in München zu unterrichten. Nach einer Überlieferung entstand im Oktober 1966 in München-Schwabing die erste reine Taekwondo-Schule Deutschlands. Im selben Jahr gehörte Kwon für Deutschland zu den Mitbegründern der International Taekwon-Do Federation (ITF). 1967 gründete er gemeinsam mit Wiedmeier den Deutschen Taekwon-Do-Verband und wurde dessen Cheftrainer; im selben Jahr fand in München die erste Deutsche Meisterschaft statt.
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Gründungssitzung der International Taekwon-Do Federation in Seoul, 22. März 1966. Quelle: Nationalarchiv Korea
Am 30. Oktober 1971 löste Kwon laut ITF Bayern Kim Kwang-Il als Bundestrainer der Taekwondo-Sektion im Deutschen Judo-Bund ab. Die meisten Quellen, darunter das US-Profil von 1974, nennen 1972 als Jahr, in dem er offiziell Bundestrainer wurde.[1] Später ernannte man ihn zum Master Instructor für Europa und den Nahen Osten.[1] Mit „Zen-Kunst der Selbstverteidigung. Karate – Taekwon-Do" (O. W. Barth, Weilheim, 1970) veröffentlichte er eines der ersten deutschsprachigen Bücher über Taekwon-Do. Das US-Profil von 1974 erwähnt es unter dem englischen Titel „Zen Buddhism and Self Defense“.[1] 1973 wurde er zum 7. Dan graduiert. Einen höheren Grad belegt keine Quelle.
1973–2015
New York und die internationale Arbeit
1973 zog Kwon in die USA und gründete in New York City das Taekwon-Do Center America, in US-Berichten von 1974 als Taekwon-Do Center of America in der Stone Street 46 geführt.[1][2] Von dort aus baute er ein Netz von Schulen auf beiden Seiten des Atlantiks auf: 1974 ein Black Belt Center in Fort Lauderdale, Florida, 1980 ein International Black Belt Center in München, 1999 ein Leistungszentrum für Danträger in Manhattan. Nach Deutschland kam er über Jahrzehnte regelmäßig zu Lehrgängen und Dan-Prüfungen.
Wie eng beide Seiten verbunden blieben, zeigt der November 1975: Am 15. November leitete Kwon als Turnierdirektor eine Vorführung koreanischer Meister mit Turnier am Broward Community College in Davie, Florida, veranstaltet vom International Taekwon-Do Center in Fort Lauderdale. Im selben Monat gab er bei einem Deutschland-Besuch einen Großlehrgang beim Taekwondo-Center Bayern in Leipheim, wo am 29. November der Deutschlandpokal ausgetragen wurde.[4]
Das Profil von 1974 beschreibt seine Pläne für die USA: Lokale Turniere sollten in ein nationales Turnier münden, aus dem sich die Vertretung der Vereinigten Staaten ergibt.[1] Er selbst trainierte damals etwa zwei Stunden am Tag an fünf Tagen in der Woche, vor allem Tritte und Schläge, dazu Dehnen und leichtes Krafttraining.[1]
Autor John McGee erlebte ihn als bescheidenen, charismatischen Lehrer und nannte ihn einen „Botschafter“ des koreanischen Taekwon-Do.[1][2] Die Redaktion hob die Schnelligkeit und Präzision seiner Fußtechniken hervor.[2] Kwon selbst sah die eigentliche Stärke der Kampfkunst in der ständigen Suche nach Perfektion und übte täglich lange die Formen.[1] Im Frühjahr 1974 war er 37 Jahre alt; die Berichte nennen 1,73 m Körpergröße und rund 58 Kilogramm.[1][2]
Bekannt wurde Kwon für seinen Bruchtest an Kieselsteinen, die er mit der Handkante zerschlug. Überliefert ist, dass die Schlagkraft in den 1980er-Jahren in einem Prüflabor von BMW in München gemessen wurde. Als Lehrer legte er besonderen Wert auf den Formenlauf: Zu den Hyong „Po-Eun" (11. Hyong) und „Sam-Il" (16. Hyong, 2007) veröffentlichte er eigene Lehrhefte.
Auch in Korea blieb er verwurzelt. 1996 ehrte ihn der Verband in Busan für 30 Jahre Aufbauarbeit im Ausland, 2003 gab er dem koreanischen Taekwondo-Archiv ein ausführliches Interview. Noch 2010 stellte er sich dem Kampfkunstportal Mookas als Kwanjang, also Leiter, des Yonmu-Kwan in Busan vor. Dessen Ehemaligenverein richtet in Busan ein Turnier um das Banner von Kwanjang Kwon Jae-Hwa aus (권재화 관장기타기 태권도대회), 2006 bereits zum 19. Mal. Im September 2011 reiste Kwon mit 39 Schulleitern aus Deutschland und der Schweiz nach Seoul und Busan. Im April 2015 besuchte er seine Heimatstadt ein weiteres Mal; die Busan Ilbo schrieb damals von rund 200 Schulen in Europa und den USA, die auf ihn zurückgehen. Mookas nannte 2010 allein für Deutschland 80 Schulen mit rund 20.000 Schülern.
1974–1976
Kwon Jae-Hwa als Fachautor
Neben dem Unterricht schrieb Kwon Fachbeiträge für US-Magazine. Im November 1974 erschien von ihm eine Foto-Anleitung zur Form Sam-Il.[2] In der Sommerausgabe 1976 der Zeitschrift Traditional Taekwon-Do erklärte er unter dem Titel „In Good Form“, dass die Hyong aus Techniken des Freikampfs entstanden sind.[3]
Für die richtige Ausführung stellte er Regeln auf: ein klarer Beginn und ein klares Ende, korrekte Haltung und Balance, der Wechsel von Anspannung und Entspannung, ein gleichmäßiger Rhythmus. Und erst wenn eine Form sitzt, kommt die nächste.[3] Bei der Form Ko-Dang verweist er auf den Patrioten Cho Man-Sik: Die 39 Bewegungen stehen für den 39. Breitengrad, an dem dieser geboren wurde.[3]
23.–26. Oktober 2015
Abschiedstour 2015: die letzten Stationen in Deutschland
Unter dem Titel „50 Jahre Taekwon-Do in Europa“ kam Kwon Jae-Hwa im Oktober 2015 ein letztes Mal zu einer Unterrichtsreise nach Deutschland. Vier Tage, acht Stationen: Der Plan folgte den Orten, an denen 1965 und 1966 alles begonnen hatte – Frankfurt, Kaufbeuren, München-Schwabing und Berlin. Alle Interessierten waren zu den Terminen eingeladen. Mit dieser Reise beendete Kwon offiziell seine Verbandsarbeit in Europa.
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Freitag, 23. Oktober 2015
- 09:40 Uhr, Frankfurt am Main – Ankunft am Flughafen, in Empfang genommen von Young-Kul Park.
- 17:00 Uhr, Kempten – Lehrgang in der Schützenstraße 6.
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Samstag, 24. Oktober 2015
- 06:00 Uhr, Kaufbeuren – Besuch und Fototermin an einer Station der Goodwill-Tour von 1965.
- 09:00 Uhr, München-Schwabing – Besuch und Fototermin in der Kaiserstraße 7, wo 1966 die erste reine Taekwondo-Schule Deutschlands entstand.
- 14:00–18:00 Uhr, Fürth – Lehrgang im Black Belt Center Fürth, Vacher Straße 3.
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Sonntag, 25. Oktober 2015
- ab 09:30 Uhr, Berlin – Besuch und Fototermine am Potsdamer Platz, am Brandenburger Tor, am Reichstag und an der Columbiahalle.
- ab 15:00 Uhr, Berlin – Lehrgang in der Turmstraße 57/58 in Moabit. Es war Kwons letzter Unterricht in Deutschland, 50 Jahre nach dem Auftritt des Goodwill Teams in West-Berlin.
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Montag, 26. Oktober 2015
- 05:00 Uhr, Frankfurt am Main – Rückflug vom Flughafen Frankfurt.
Der Ablauf folgt den Erzählungen und Berichten von Großmeister Kwon Jae-Hwa gegenüber seinem Schüler Thomas Könnecke (siehe Quellen). Wie die Schülerinnen und Schüler der Taekwon-Do Schulen Könnecke diesen Abschied erlebten, steht im Bericht zum letzten Besuch von Großmeister Kwon.
2015–2018
Portland, Oregon
Nach dem Abschied aus Europa unterrichtete Kwon noch bis April 2018: Lehrgänge und Prüfungen fanden in einem privaten Dojang in Portland, Oregon, statt. Dort legte 2014 auch Thomas Könnecke seine Prüfung zum 5. Dan ab.
2018–heute
Kwon Jae-Hwa heute
Heute lebt Kwon Jae-Hwa in Manhattan und berät seine Schüler weiterhin. Am 6. Oktober 2025 empfing Kwon in New York eine rund 70-köpfige Delegation (mehr dazu unten). Am 10. Januar 2026 wurde er 89 Jahre alt.
Überblick
Zeitleiste: Kwon Jae-Hwa von 1937 bis heute
- 10. Jan. 1937 Geburt in Busan (Pusan), Südkorea.
- 1948 Beginn des Kampfkunsttrainings mit elf Jahren bei Ha Dae-Yong; später Ausbildung auch bei General Choi Hong-Hi.
- 1958 Beginn des Wirtschaftsstudiums an der Dong-A University in Busan.
- 1961 Mit 24 Jahren Cheftrainer des Yonmu-Kwan in Busan.
- um 1964 Technischer Direktor des Taekwondo-Landesverbands Busan; zeitweise Sportreporter der Busan Ilbo.
- 18. Okt.–9. Nov. 1965 Goodwill-Tour: Frankfurt, Garmisch-Partenkirchen, Kaufbeuren, München, West-Berlin, Rom, Kairo, Ankara, Kuala Lumpur, Singapur (Ablauf siehe oben).
- 1. Mai 1966 Beginn der Lehrtätigkeit in München an der Kampfsportschule von Carl Wiedmeier.
- 1966 Mitbegründer der International Taekwon-Do Federation (ITF) für Deutschland.
- 1967 Gründung des Deutschen Taekwon-Do-Verbands gemeinsam mit Carl Wiedmeier; Cheftrainer.
- 1970 Buch „Zen-Kunst der Selbstverteidigung. Karate – Taekwon-Do" (O. W. Barth).
- 1971/72 Bundestrainer der Taekwondo-Sektion im Deutschen Judo-Bund: Nachfolge von Kim Kwang-Il am 30. Oktober 1971, offiziell ab 1. Januar 1972 [1][4]; später Master Instructor für Europa und den Nahen Osten [1].
- 1973 7. Dan; Umzug in die USA und Gründung des Taekwon-Do Center America in New York City.
- 1974 Unterricht im Taekwon-Do Center of America, Stone Street 46, New York [1][2]; International Taekwon-Do Black Belt Center in Fort Lauderdale, Florida.
- Nov. 1974 Foto-Anleitung zur Form Sam-Il in einem US-Magazin [2].
- Nov. 1975 Deutschland-Besuch mit Großlehrgang beim Taekwondo-Center Bayern in Leipheim; am 15. November Turnierdirektor einer Vorführung mit Turnier am Broward Community College in Davie, Florida [4].
- Sommer 1976 Fachbeitrag „In Good Form“ über die Hyong in der Zeitschrift Traditional Taekwon-Do [3].
- 1980 International Black Belt Center in München.
- 1984 Messung der Schlagkraft seines Kieselstein-Bruchtests in einem BMW-Prüflabor in München (Datierung uneinheitlich).
- 1996 Ehrung in Busan für 30 Jahre Aufbauarbeit.
- 2003 Interview für das koreanische Taekwondo-Archiv; Koreareise mit 26 Schulleitern.
- 2007 Lehrbuch „Sam-Il – 16. Hyong".
- Sept. 2011 Reise mit 39 Schulleitern aus Deutschland und der Schweiz nach Seoul und Busan, Turnier um das Banner von Kwanjang Kwon Jae-Hwa.
- April 2015 Besuch in seiner Heimatstadt Busan; die Busan Ilbo berichtet.
- 23.–26. Okt. 2015 Abschiedstour „50 Jahre Taekwon-Do in Europa“: Frankfurt, Kempten, Kaufbeuren, München, Fürth und Berlin; Ende der Verbandsarbeit in Europa.
- bis April 2018 Lehrgänge und Prüfungen in einem privaten Dojang in Portland, Oregon.
- 6. Okt. 2025 Empfängt in New York eine rund 70-köpfige Delegation des Traditional Taekwon-Do Centers e. V.
- 10. Jan. 2026 89. Geburtstag; Kwon Jae-Hwa lebt in Manhattan, New York.
Weiterführend
Medienberichte über Kwon Jae-Hwa
- Koreanischer Großmeister in Traunreut: Kwon Jae-Hwa gibt am 25. Februar 2007 Lehrgang und Prüfungen
Porträt mit historischem Foto des Goodwill Teams vom 6. November 1965 in Ankara.
- Großmeister Kwon Jae-Hwa eröffnet Taekwon-Do-Schule in Traunreut (2001)
Kwon Jae-Hwa zeigt 2001 mit 64 Jahren seinen bekannten Steinbruchtest.
- Budo Karate: 45-jähriges Europa-Jubiläum von Großmeister Kwon Jae-Hwa – mit Thomas Könnecke beim Lehrgang in Bonn
Das Magazin Budo Karate widmet 2010 eine Ausgabe dem 45-jährigen Europa-Jubiläum Kwons.
- Wochenblatt: Taekwon-Do – Auszeichnung und Ehrenmitglied in Korea
Reise nach Seoul und Busan 2011 mit dem Turnier um das Kwon-Jae-Hwa-Banner.
- Letzter Besuch von Großmeister Kwon, Jae-Hwa in Deutschland
Oktober 2015: Kwons letzte Unterrichtstour in Deutschland.
- chiemgau24.de: Thomas Könnecke wird Vorsitzender des Traditional Taekwon-Do Centers e.V.
Oktober 2025: Eine rund 70-köpfige Delegation besucht Kwon Jae-Hwa in New York.
- Neue Führung und Traunreut als Zentrum
Der Traunreuter Anzeiger berichtet über die New-York-Delegation 2025 und den neuen TTC-Vorsitz.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zu Großmeister Kwon Jae-Hwa
Wer ist Großmeister Kwon Jae-Hwa?
Kwon Jae-Hwa (koreanisch 권재화) ist ein südkoreanischer Taekwon-Do-Großmeister, geboren am 10. Januar 1937 in Busan. Als Mitglied des Goodwill Teams von 1965 gehört er zu den Pionieren, die das Taekwon-Do nach Europa brachten. Ab 1966 baute er es in Deutschland auf, seit 1973 lehrte er von New York aus. Er trägt den 7. Dan und lebt heute in Manhattan.
Wann und wo wurde Kwon Jae-Hwa geboren?
Kwon Jae-Hwa wurde am 10. Januar 1937 in Busan (früher Pusan) im Süden Koreas geboren. Dort begann er mit elf Jahren mit dem Kampfkunsttraining und wurde später Cheftrainer des Yonmu-Kwan, eines der Busaner Kampfkunst-Verbände.
Wer gehörte zum Goodwill Team von 1965?
Das National Taekwon-Do Goodwill Team bestand aus fünf Personen: General Choi Hong-Hi als Leiter und den vier Instruktoren Han Cha-Kyo, Kim Joong-Keun, Park Jong-Soo und Kwon Jae-Hwa. Das Team landete am 18. Oktober 1965 in Frankfurt am Main und zeigte das Taekwon-Do anschließend in Deutschland, Italien, Ägypten, der Türkei, Malaysia und Singapur.
Welche Stationen hatte die Goodwill-Tour 1965?
Frankfurt am Main (18. Oktober), Garmisch-Partenkirchen (20.), Kaufbeuren (21.), München (22. bis 24. Oktober mit der Großvorführung in der MTV-Halle), West-Berlin (25.), Rom (28. Oktober), Kairo (1. und 2. November), Ankara (6.), Kuala Lumpur (8.) und Singapur (9. November 1965). Die Tagesdaten stammen aus dem Fotoarchiv Kwon Jae-Hwas; ein Rückkehrdatum ist nicht überliefert.
Was hat Kwon Jae-Hwa für das Taekwon-Do in Deutschland getan?
Ab dem 1. Mai 1966 unterrichtete Kwon Jae-Hwa in München, zunächst an der Kampfsportschule von Carl Wiedmeier. 1966 war er für Deutschland Mitbegründer der ITF, 1967 gründete er mit Wiedmeier den Deutschen Taekwon-Do-Verband und wurde dort Cheftrainer. Am 30. Oktober 1971 folgte er Kim Kwang-Il als Bundestrainer der Taekwondo-Sektion im Deutschen Judo-Bund, offiziell ab 1972. Später wurde er Master Instructor für Europa und den Nahen Osten. Mit „Zen-Kunst der Selbstverteidigung" schrieb er eines der ersten deutschsprachigen Taekwon-Do-Bücher.
Was hat Kwon Jae-Hwa vor seiner Taekwon-Do-Laufbahn beruflich gemacht?
Kwon Jae-Hwa arbeitete als Reporter der Tageszeitung Busan Ilbo und studierte zugleich Wirtschaftswissenschaften an der Dong-A University in Busan. Laut einem US-Magazinprofil von 1974 schloss er mit einem Bachelor ab. 1965 stand er vor der Wahl zwischen Journalismus und Taekwon-Do und ging mit dem Goodwill Team ins Ausland.
Welchen Dan-Grad hat Kwon Jae-Hwa?
Kwon Jae-Hwa trägt seit 1973 den 7. Dan. Alle ausgewerteten Quellen nennen übereinstimmend diesen Grad; einen höheren Dan-Grad belegt keine Quelle. Mehr zu den Meistergraden erklärt die Seite zu den Gürtelgraden.
Was ist der Steinbruchtest von Kwon Jae-Hwa?
Kwon Jae-Hwa wurde für seine Bruchtests an Kieselsteinen bekannt, die er mit der Handkante zerschlug. In den 1980er-Jahren wurde die Schlagkraft laut Überlieferung in einem Prüflabor von BMW in München gemessen. Noch 2001, mit 64 Jahren, zeigte er den Steinbruchtest in Traunreut.
Lebt Kwon Jae-Hwa noch?
Ja. Nach allen aktuellen Angaben lebt Kwon Jae-Hwa in Manhattan, New York. Im Oktober 2025 empfing er dort eine rund 70-köpfige Delegation zum 60-jährigen Jubiläum der Goodwill-Tour, am 10. Januar 2026 wurde er 89 Jahre alt. Regelmäßige Lehrgänge gibt er seit 2018 nicht mehr.
Wann war Kwon Jae-Hwa zuletzt in Deutschland?
Vom 23. bis 26. Oktober 2015. Unter dem Titel „50 Jahre Taekwon-Do in Europa“ gab er Lehrgänge in Kempten, Fürth und Berlin und besuchte Kaufbeuren und die Kaiserstraße 7 in München-Schwabing, Orte seiner Anfänge von 1965 und 1966. Der Lehrgang am 25. Oktober 2015 in Berlin war sein letzter Unterricht in Deutschland.
Welche Bücher hat Kwon Jae-Hwa geschrieben?
Bekannt sind „Zen-Kunst der Selbstverteidigung. Karate – Taekwon-Do" (O. W. Barth, Weilheim, 1970, überarbeitete Neuauflage 2017), das Lehrheft „Po-Eun – 11. Hyong" und das Lehrbuch „Sam-Il – 16. Hyong" (Verlag Björn Schunk, 2007). Die Hyong-Formen erklärt unsere Wissensseite zum Formenlauf.
Quellen
Quellen
- Official Karate (Charlton Publications, USA), Ausgabe April 1974: Personenprofil über Jae-Hwa Kwon von John McGee, ca. S. 14–19.
- Official Karate, Ausgabe November 1974: Lehrbeitrag von Jae-Hwa Kwon zur Form Sam-il mit Kurzvorstellung des Autors, S. 28–31.
- Traditional Taekwon-Do (USA), Ausgabe Sommer 1976: Jae Hwa Kwon, „In Good Form“, S. 16–19.
- Peter Bolz, Werner Schuldes: 25 Jahre Bayerische Taekwondo Union e. V. 1982–2007. Festschrift der Bayerischen Taekwondo Union im BLSV, 2007, S. 13–18 (Anfänge in Garmisch-Partenkirchen 1964–1966, Goodwill Team 1965), S. 27 (Bundestrainer 1972) und S. 35 (Leipheim und Florida 1975).
Die drei Magazinausgaben und die BTU-Festschrift liegen als Originale vor und wurden von Thomas Könnecke fotografiert.
- 박정희와 최홍희의 태권도 헤게모니 (Park Chung-Hee, Choi Hong-Hi und die Taekwondo-Hegemonie) — Heo Geon-Sik, Jungbu Maeil (중부매일), 8. August 2019 (koreanisch); Staatsbesuch Dezember 1964, Kabinettsbeschluss vom 27. Februar 1965, ITF-Gründung 1966. Abgerufen am 1. Oktober 2026.
- The Straits Times, 4. November 1965 — Ankündigung der Vorführung im Gay World, Singapur (NewspaperSG). Abgerufen am 30. September 2026.
- Alex Gillis, „A Killing Art“ – Blog zu 1965 und 1968 — Fotos aus Ankara und Kairo, Datierung der Münchner Großvorführung. Abgerufen am 30. September 2026.
- British Movietone: „The Skilful Art of Chop-Chop“ — Wochenschau-Aufnahmen aus München, Oktober 1965. Abgerufen am 30. September 2026.
- Nationalarchiv Korea, Themenseite Taekwondo — Foto der Delegation vor dem Abflug 1965. Abgerufen am 30. September 2026.
- Mookas: 국기 태권도의 유래 — koreanische Schreibweisen der Teammitglieder, Gedenkplakette 1965. Abgerufen am 30. September 2026.
- Taekwondo Today — Abflug der Delegation am Flughafen Kimpo, Oktober 1965. Abgerufen am 30. September 2026.
- Erzählungen und Berichte von Großmeister Kwon Jae-Hwa gegenüber seinem Schüler Thomas Könnecke, unter anderem zum Beginn seines Trainings mit elf Jahren, zu den Stationen und Tagesdaten der Goodwill-Tour 1965 und zum Ablauf der Abschiedstour 2015.
- Bericht über Kwon Jae-Hwas Besuch in Busan — Busan Ilbo, 27. April 2015 (koreanisch). Abgerufen am 30. September 2026.
- Interview mit Kwon Jae-Hwa (2003) — Taekwondo Archive Korea. Abgerufen am 30. September 2026.
- Kwon Jae-Hwa – Archiveintrag — Taekwondo Archive Korea (Global Taekwondo Research Institute). Abgerufen am 30. September 2026.
- Kwon Jae-hwa — Wikipedia (deutsch), mit Literaturangaben. Abgerufen am 30. September 2026.
- Kwon Jae-hwa (Q1577650) — Wikidata. Abgerufen am 30. September 2026.
- Geschichte des Taekwon-Do in Deutschland — ITF Bayern. Abgerufen am 30. September 2026.
- ITF Pioneers — International Taekwon-Do Federation. Abgerufen am 30. September 2026.
- Lebenslauf Kwon Jae-Hwa und Entwicklung des Taekwon-Do (Langfassung) — Taekwon-Do Ingolstadt (Schule seiner Linie). Abgerufen am 30. September 2026.
- [무카스 美 대륙 개척자를 만나다] 뉴욕 권재화 — Mookas (koreanisches Kampfkunstportal), 8. August 2010. Abgerufen am 30. September 2026.
- Ankündigung des 19. Turniers um das Banner von Kwanjang Kwon Jae-Hwa — Busan Taekwondo Association, 6. November 2006 (koreanisch). Abgerufen am 30. September 2026.
6. Oktober 2025
Besuch einer 70-köpfigen Delegation in New York City
60 Jahre nach der Landung des Goodwill Teams in Frankfurt besuchte am 6. Oktober 2025 eine knapp 70-köpfige Delegation des Traditional Taekwon-Do Centers e. V. Großmeister Kwon Jae-Hwa in New York City, anlässlich des 60-jährigen Taekwon-Do-Jubiläums in Europa. Zur Delegation gehörte auch Thomas Könnecke, der wenige Wochen später zum Vorsitzenden des Verbands gewählt wurde.
Belegt ist der Besuch unter anderem durch die Berichte von chiemgau24.de vom 25. November 2025 und dem Traunreuter Anzeiger vom 28. November 2025; unabhängig davon dokumentiert ihn auch der Lebenslauf von Kwon Jae-Hwa bei Taekwon-Do Ingolstadt. Wie Thomas Könnecke mit Kwon Jae-Hwa über drei Jahrzehnte verbunden ist, zeigt die Seite Kwon Jae-Hwa und Thomas Könnecke.
Traditionelles Taekwon-Do selbst erleben
Die Taekwon-Do Schulen Könnecke unterrichten das traditionelle Taekwon-Do in der Linie von Kwon Jae-Hwa – an elf Standorten zwischen Chiemsee und Salzburg.